Des eigenen (Liebes-)Glückes Schmied sein

Noch vor einigen hundert Jahren war es gar nicht so selten, dass die Eltern für einen entschieden haben, wer der zukünftige Partner werden wird und wann die Vermählung stattfindet. Eingriffe in das eigene Leben, die wir uns heute überhaupt nicht mehr vorstellen können und über deren Abschaffung wir uns viel zu selten Gedanken machen.

Liebe statt Ruhm, Macht und Prestige

Als die Entscheidung der Partnerwahl noch den Eltern oblag, waren dabei vor allem Macht und Ruhm von Interesse. Die ledige Tochter eines reichen Fürsten, dem ein großes Herrschaftsgebiet gehörte, war viel interessanter als eine arme Magd, bei der weder finanziell noch materiell etwas für den Bräutigam oder dessen Familie durch die Heirat herausgesprungen war. Ob Gefühle für den jeweiligen Partner gehegt wurden oder nicht, war dabei zweitrangig. Engangsknald spielt keine Rolle.

Partnerwahl aus Liebe

Dabei ist das heute das wichtigste Kriterium, wenn es um die Suche nach dem Partner fürs Leben geht. Erst wenn der Funke bei beiden übergesprungen ist und sich beide verstanden fühlen, kann eine Beziehung entstehen und wachsen. Diese selbstbestimmte Art und Weise der Partnerwahl ist ein Zeichen unserer Freiheit und Unabhängigkeit. Wer sich selbst eine Meinung über potentielle Partner bildet und sich deswegen für oder gegen diese entscheidet, stärkt seine innere Haltung sowie seine angestrebten Ziele und Werte im Leben. Jemand, der eine andere Lebensvorstellung als man selbst besitzt, wird niemals der Partner fürs Leben werden.
Dass das ein Privileg ist, sollte man dabei nie vergessen. In einigen arabischen Ländern wie beispielsweise Ägypten ist es keine Seltenheit, dass junge Frauen – oft sogar schon im Kindesalter – gegen ihren Willen mit Männern verheiratet werden. Die Eltern entscheiden aufgrund von Familienverhältnissen, mit wem die Tochter verheiratet wird, ohne diese zu fragen.

Freiheit sollte geschätzt werden

Die Freiheit, die wir bei unserer Partnerwahl genießen, sollten wir uns hin und wieder bewusst machen. Dieses Privileg, das nicht alle Menschen auf der Welt besitzen, sollte zudem geschätzt werden. Die Wahl des richtigen Partners kann uns zum glücklichsten Menschen der Welt machen, genauso wie uns die Wahl des falschen Partners zum unglücklichsten Menschen machen kann.