Gibt es ein Recht auf Fortpflanzung?

Darf sich jeder, wie er will, fortpflanzen?

Es ist kein Land bekannt, in dem es verboten ist, sich fortzupflanzen. Was zunächst ohnehin wie ein Selbstgänger klingt, könnte nach einigen dunklen Kapiteln in der Geschichte der Menschheit auch nicht mehr angezweifelt werden. Es wird nun einmal nicht mehr zwischen „wertem“ und „unwertem“ Leben unterschieden, wobei im Falle des „unwerten „Lebens diesem qua Zwangssterilisation die Fortpflanzung unmöglich gemacht wurde. Heute gilt: Es gibt ein allgemeines Recht darauf, sich fortzupflanzen.

Es gibt ein allgemeines Recht darauf, sich fortzupflanzen.

Sonderfall: Ein Teil des Elternpaares ist verstorben

Bei diesem Thema geht man natürlich erst einmal davon aus, dass sich zwei lebende Menschen fortpflanzen wollen, also vom Normalfall. Was hier etwas makaber klingen mag, deutet aber auch auf eine andere Lösung hin, nämlich die eingefrorenen Eizellen der Frau nach dem Ableben des Partners bzw. auch ganz ohne Partner dazu zu verwenden, dass die Frau ein Kind austragen kann. Dieses Szenario ist noch relativ neu und wird auch kontrovers diskutiert. Dennoch wird man sicher immer öfter davon zu hören bekommen, dass sich in vielen Fällen, vor allen in den USA, der Usus durchsetzt, dass Mitarbeiterinnen ihre Eizellen einfrieren, um sich später, wenn es opportun für die Karriere ist, auf ihre Mutterrolle zu konzentrieren. „Social Freezing“ wird das genannt, so richtig schön ist der Begriff nicht.

Auch nicht ohne Diskussionen: gleichgeschlechtliche Paare und der Nachwuchs

Auch wenn niemand mehr Paaren, die gleichgeschlechtlich leben, diese Form abspricht, ist das Thema „Dürfen Frauenpaare Kinder haben?“ nicht so ganz ausdiskutiert. Natürlich kann niemand eine Frau davon abhalten, sich der Bechermethode (Verzicht auf direkten Sex) zu bedienen, aber es schließen sich doch diverse rechtliche Fragen an, die zeigen, dass es eben doch nicht so ganz akzeptiert wird, wenn lesbische Frauen ihr Recht auf Fortpflanzung geltend machen. Irgend was scheint daran dann doch anders zu sein.

Hormonbehandlungen – das späte Mutter- und Elternglück

Auch der Fall einer 64 jährigen Berlinerin schlug hohe Wellen, da sie qua Hormonbehandlung noch einmal auf ihrem Recht pochte, sich als Mutter zu betätigen. Diese Frau hat bereits den berühmten Stall voller Kinder, die fast alle schon flügge sind, und „so ganz normal“ fand das wohl auch niemand, so eine alte Frau mit dem Bündel im Arm zu sehen. Aber die moderne Medizin erlaubt es eben auch Frauen jenseits der Menopause, sich noch einmal ins Wochenbett zu legen. Was die Zukunft in diesem Zusammenhang bringt, kann man an der Stelle nur ahnen. Auf jeden Fall werden bald nicht mehr nur Männer a la Mick Jagger mit Säugling auf dem Arm zu bewundern sein. Einen passenden Partner kann man sich heutzutage leicht übers Internet suchen (hier beispielsweise).

Der Begriff des Rechts auf Fortpflanzung ist ein vielschichtiger und bezieht auch viele moderne Methoden ein, die die Zeugung von Nachwuchs jenseits der vorgegebenen Normen, Papa, Mama und das Kind, Mama unter 50, vorsieht. Dies ist ein spannendes Feld, das sicher noch einige Blüten hervor bringen wird.